dpsuisse-Index: Leichte Erholung auf tiefem Niveau

Die wirtschaftliche Lage der grafischen Industrie bleibt angespannt. Der aktuelle dpsuisse-Index von BAK Economics weist für das Gesamtjahr 2025 einen nominalen Produktionsrückgang von 4,6 Prozent aus. Damit setzte sich die negative Entwicklung nahezu im gleichen Ausmass fort wie bereits 2024 (−5,0 Prozent).

 

 

Belastend wirkten insbesondere der schwache Aussenhandel und der starke Schweizer Franken. Die Exporte grafischer Erzeugnisse gingen deutlich zurück, während ausländische Anbieter im Inland preislich attraktiver wurden. Auch die Nachfrage im Print-Werbe- und Anzeigenmarkt entwickelte sich weiter rückläufig. Die Produzentenpreise für grafische Erzeugnisse sanken 2025 leicht um rund 0,9 Prozent. Gleichzeitig entspannten sich die Papierpreise im Jahresverlauf spürbar.

Im vierten Quartal 2025 zeigte sich eine leichte Stabilisierung. Gegenüber dem Vorquartal nahm die Produktion um 0,5 Prozent zu und erreichte ein Niveau von rund 671 Mio. CHF. Im Vergleich zum Vorjahr resultiert jedoch weiterhin ein Minus von 3,4 Prozent. Während die Schweizer Industrie insgesamt rund 117 Prozent des Vorkrisenniveaus von 2019 erreicht, liegt die grafische Industrie bei knapp 79 Prozent.

Der längerfristige Trend verdeutlicht die strukturelle Dimension der Entwicklung. Seit dem Jahr 2000 hat sich das Produktionsniveau mehr als halbiert. Der Anteil der Branche an der gesamtwirtschaftlichen Produktion sank von 0,75 Prozent auf rund 0,16 Prozent. Der zwischenzeitliche Anstieg im Jahr 2022 war primär preisgetrieben und konnte den realen Rückgang nicht kompensieren.

Die Branche steht weiterhin unter Anpassungsdruck. Hohe Preissensibilität der Auftraggeber, Substitutionsmöglichkeiten durch digitale Angebote sowie Währungs- und Kostenrisiken belasten die Ertragslage. Der Arbeitsmarkt zeigt sich zuletzt stabiler: Die Arbeitslosenzahlen lagen im Dezember 2025 leicht unter dem Vorjahreswert, Kurzarbeit war kaum ein Thema.

Der vollständige dpsuisse-Index mit allen Grafiken und vertieften Analysen steht als PDF zum Download zur Verfügung.