Gemäss dem dpsuisse-Index, den BAK Economics im Auftrag von dpsuisse berechnet, ist der Gesamtwert der Produktion der grafischen Industrie im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem Vorquartal um 0,6 Prozent gesunken. Nach dem kräftigen Einbruch zum Jahresauftakt von 5,4 Prozent ist das ein deutlich abgeschwächter Rückgang. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum liegt das Produktionsniveau jedoch nach wie vor rund 7,6 Prozent tiefer. Der Produktionswert betrug im zweiten Quartal rund 628 Millionen Franken. Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt des zwischenzeitlichen Anstiegs im Jahr 2022 lag er bei rund 770 Millionen Franken, wobei dieser Wert stark durch die damals markant gestiegenen Vorleistungspreise geprägt war. Der Abstand zur übrigen Schweizer Industrie bleibt erheblich. Gemessen am Vor-Covid-Niveau von Anfang 2019 erreichte die Gesamtindustrie im zweiten Quartal 2026 rund 114 Prozent, die grafische Industrie dagegen nur 73 Prozent.
Bei den klassischen Printbereichen wie dem Zeitungsdruck kam es im zweiten Quartal kaum noch zu Rückgängen. Der Bezug von Vorleistungsgütern stieg auch unter Herausrechnung von Preiseffekten weiter an, und die Exporte grafischer Erzeugnisse legten erneut zu. Zudem hat sich die Frankenaufwertung gegenüber dem Euro nicht fortgesetzt. Das ist vor allem für die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der inländischen Betriebe gegenüber dem grenznahen Ausland relevant: Sie hat sich von der Währungsseite her im zweiten Quartal nicht weiter verschlechtert. Auch der Arbeitsmarkt zeigt sich robuster als erwartet. Die Arbeitslosigkeit in der grafischen Industrie liegt aktuell tiefer als 2025, und Kurzarbeit war gemäss den vorliegenden Daten kaum ein Thema.
Die Produzentenpreise für grafische Erzeugnisse gingen im zweiten Quartal erneut leicht zurück, während die Vorleistungspreise für Papier uneinheitlich blieben. Bei den Importen holzfreier gestrichener und ungestrichener Papiersorten kam es zu weiteren Preissteigerungen von über 4 Prozent. Hinzu kommen geopolitische Risiken. Höhere Transport-, Energie- und Chemikalienkosten haben die Kosten im Papiersektor steigen lassen. Sollte die Blockade der Strasse von Hormus anhalten, dürften sich diese Prozesse weiter verstärken. Eine zusätzlich schwächere Nachfrage nach grafischen Erzeugnissen aufgrund trüberer Konjunkturperspektiven würde sich mit Verzögerung auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar machen.