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PPWR in der aktuellen Analyse der ECMA

Geschrieben von viscom | 05.08.2026, 10:52:44

dpsuisse ist neu Mitglied bei ECMA – der European Carton Makers Association. Auch diese Organisation befasst sich mit der Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) und informiert ihre Mitglieder über die neusten Entwicklungen. So hat die Europäische Kommission eine aktualisierte Version ihrer Frequently Asked Questions (FAQ) veröffentlicht. Die neuen Erläuterungen schaffen in mehreren Bereichen mehr Klarheit und erleichtern die praktische Umsetzung der Verordnung.

Für Schweizer Unternehmen sind insbesondere folgende Punkte von Bedeutung:

    • Transportverpackungen: Die FAQ präzisieren die Bestimmung des Herstellers von Transportverpackungen. In vielen Fällen bleibt der Hersteller der Kartonschachtel, der Stretchfolie oder der Palette für die Konformität seiner Verpackung verantwortlich.
    • Lagerbestände: Verpackungen, die vor dem 12. August 2026 hergestellt wurden, dürfen weiterhin in Verkehr gebracht werden und müssen weder vernichtet noch nachbearbeitet oder neu gekennzeichnet werden.
    • Konformitätserklärung: Für eine vollständige Verpackungseinheit genügt in der Regel eine einzige Konformitätserklärung.
    • Marktüberwachung: Die FAQ weisen darauf hin, dass die Behörden nach Möglichkeit zunächst Korrekturmassnahmen vor strengeren Vollzugsmassnahmen ergreifen sollen.

Für die meisten Schweizer Druckereien ändert sich am Grundsatz nichts: Die PPWR gilt weiterhin ausschliesslich für Verpackungen, die auf dem Markt der Europäischen Union in Verkehr gebracht werden. Deshalb bleibt es entscheidend, die eigene Rolle in der Lieferkette sowie den tatsächlichen Anwendungsbereich der Verordnung für die exportierten Produkte zu prüfen.

Einschätzung von dpsuisse
Die neuen FAQ ändern die PPWR nicht, schaffen jedoch bei verschiedenen Fragen mehr Klarheit. Für die meisten Schweizer Druckereien ergeben sich keine neuen Verpflichtungen gegenüber den bereits von dpsuisse kommunizierten Anforderungen. Die Präzisierungen, insbesondere zu Transportverpackungen und bestehenden Lagerbeständen, stellen jedoch eine willkommene praktische Vereinfachung dar.

Beilagen

 

Infos zu ECMA

Die 1960 gegründete European Carton Makers Association (ECMA) veröffentlichte den ECMA-Code, eine Sammlung standardisierter Stanzverpackungen und Faltschachteln. Mit dieser Sammlung lassen sich nahezu sämtliche Formen von Faltschachteln entwickeln. Die Masse sind hierbei variabel. Mittels ECMA-Code und Angabe von Massen ist eine anschauliche Basis zur Verständigung mit Druckereien und anderen weiterverarbeitenden Industriezweigen (vor allem im Verpackungsbereich) möglich.

Der Hauptsitz der Organisation befindet sich in Den Haag ein weiteres Büro in Brüssel. Da ihr 500 Kartonhersteller fast aller Länder des europäischen Wirtschaftsraums angehören, repräsentiert die ECMA 70 Prozent des Marktvolumens und mehr als 50.000 Beschäftigte der kartonherstellenden Industrie.