News

power pur setzt Zeichen für Print

Geschrieben von viscom | 21.05.2026 16:01:08

Rund 300 Teilnehmende trafen sich am 20. Mai im JED in Schlieren zum Forum power pur 2026. Moritz Leuenberger, die Kampagne «This is Print» und der Swiss Print Award 2026 sorgten für einen spannenden Nachmittag.

 

 

Der Anlass wurde das vierte Mal durchgeführt und von dpsuisse und der Galledia Event organisiert. Der Nachmittag stand ganz im Zeichen von Print, Leadership und Innovation: Vom Auftritt Alt-Bundesrat Moritz Leuenbergers über Poetry Slam bis zur glanzvollen Verleihung des Swiss Print Award 2026 bot das Forum ein dichtes Programm mit Tiefgang.

«This is Print» – und ein Hund namens Print Tin Tin

Beat Kneubühler, Direktor von dpsuisse, eröffnete den Nachmittag mit einer Feuerrede für das Medium Print – und mit einer Premiere: Er stellte die neue, auf zwei Jahre angelegte Kampagne «This is Print» vor und präsentierte ihr noch namenloses Maskottchen, einen Origami-Kampagnenhund. Das Publikum durfte vorschlagen und abstimmen –der Gewinner stand schnell fest: «Print Tin Tin». Der Saal lachte und applaudierte. Kneubühler wurde jedoch auch ernst: Er rief dazu auf, Emotionen zu zeigen, die Kampagne zu teilen und über Print zu sprechen – damit das Medium wieder stärker in den Köpfen der Menschen verankert werde.

Moritz Leuenberger: Leadership aus dem Moment heraus

Die erste Keynote des Nachmittags hielt Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger – unter dem Titel «Mutig ins Unvermutete – Führung aus dem Stegreif». Seiner Überzeugung nach ist Leadership keine Soloshow, sondern eine kollektive Leistung, deren Kern die Übernahme von Verantwortung sei. Die Zutaten dafür seien ein Mix aus Bewusstsein, Mut, situativem Instinkt, Eigenverantwortung und Empathie. Planen und Üben sei wichtig – aber begrenzt. Das Jetzt überrasche immer. Und genau hier, so Leuenberger, stossen künstliche Intelligenzen an ihre Grenzen: «KI speist sich aus dem, was war. Das Jetzt aber erfordert eigenes Denken, spontane Kreativität. Sonst werden wir alle zu Prothesen der KI.» Erfahrung entstehe nicht durch blosses Überstehen, sondern durch eine gelebte Fehlerkultur – und in der Schweizer direkten Demokratie seien ohnehin alle mitverantwortlich.

Kybun Joya: Schuhproduktion zurück in die Schweiz

Die Co-CEOs der Kybun Joya Gruppe, Claudio Minder und Karl Müller, stellten sich der Frage, ob Schuhproduktion in der Schweiz mutig oder naiv sei – und beantworteten sie mit einer Unternehmergeschichte, die begeisterte. Kybun produziere Gesundheitsschuhe mit einer klaren Mission: Menschen sollen im Alter schmerzfrei leben. Da der Schuhfachhandel zurückgehe, baue man eigene Shops – von München bis Bagdad. Ihr Fazit: «Wir holen die Schuhproduktion in die Schweiz zurück. Wir glauben an die Kraft der Schweiz – und Widerstände spornen uns an.»

Poetry Slam und Transformation: Biedermann und Bolt

Für einen der berührendsten Momente des Nachmittags sorgte Annika Biedermann, Schweizer Meisterin im Poetry Slam 2025. Mit schallmauerdurchbrechender Sprachgeschwindigkeit und trockenem Witz trug sie ihren Text über die Stimme im Ohr vor – die Reflexion einer Simultanübersetzerin. Ihr Schlusssatz: «Ich bin’s – ohne mich wärst du verloren.» Der Saal wusste: Das gilt für die Übersetzerin – und irgendwie auch für Print.

Christine Bolt, CEO der Olma Messen St.Gallen, berichtete von ihrem Amtsantritt 2020 – kurz vor der Pandemie – und einer Organisation im Ausnahmezustand. Ihr Weg: Vom Tanker zur Flotte von Schnellbooten, kultureller Wandel, personelle Wechsel, neue Strukturen – und das alles unter den Augen der öffentlichen Hand. Ihre ehrlichste Botschaft: «Es wird immer erst einmal schlechter. Das ist normal – das muss man aushalten.» Was Transformation wirklich brauche, fasste Bolt in vier Worte: Klarheit. Konsequenz. Kommunikation. Ambiguitätstoleranz.

Swiss Print Award 2026

Den krönenden Abschluss bildete die Verleihung des Swiss Print Award 2026, musikalisch begleitet von Singer-Songwriterin Lea Wildhaber. Mehr als 50 Objekte wurden in diesem Jahr eingereicht, acht davon wurden ausgezeichnet.

«This is Print» – ein gemeinsames Gefühl

Beim anschliessenden Apéro Riche wurde weiter diskutiert, gelacht und angestossen. Was Beat Kneubühler am Beginn des Nachmittags als Kampagne lanciert hatte, war am Ende des Abends längst zu einem gemeinsamen Gefühl geworden. Rund 300 Menschen, ein Konsens: «This is Print.»

Text: Anna Kohler